Montag, 24. November 2014

867 - 873 - celebrate

aha die alpen/

867
stößt irgendwann der bus durch die wolken weißt du da es sich nur um drei vier tage handelt wirst du nichts vermissen keinen nachbarn keinen freund wie der fotoapparat versagt färbt deine iris sich weiß

868
die fremde kannst du hören und wie die gefrorenen wörter beim sprechen knarzen gern hockst du im schatten der münder und lauschst aus sehnen wird sehen wird schaun niemals sagst du

869
als dich eine amerikanerin bittet sie zu fotografieren vor der geschichte hast du angst um das panorama erst in der dunkelheit denkst du zum ersten mal wieder an den fernsehturm und daran dass diese innenstädte doch einmal alle gleich waren

870
büßen muss es die gesellschaft die dich wo du gehst und stehst begleitet die näher rückt sobald du den mund aufmachst nachts spürst du selbst hinter den schiefen wänden deines hotels die lauschenden alpen

871
dabei kann doch niemand was für deine abstammung außer gott vielleicht bessert sich das jetzt denkst du näher an der heimat wirst du wieder besser in die landschaft passen schon die flacheren salzburger wörter eine einzige erholung

872
am hauptbahnhof die säufer halt di pappn und schlejch di nahe in einem café verstehst du schon mindestens die hälfte eines gesprächs über schifoan und eine lawine von dreiundfünfzig du notierst mehr als fünfzig tote

873
erst in münchen triffst du einen der das verb gucken versteht aber der ist dein bruder der zählt nicht daheim findest du deine mama wieder ein paar zentimeter geschrumpft