Sonntag, 25. Oktober 2015

754 bis 763 - celebrate



negative


ballistik/

die mageren wörter abgerissen die sätze knapp über eurem nacken scharfkantig das licht in den augen unserer stadt das vergnügen wir kennen euch von früher reihenweise niedersinkend vor verschlossenen türen unsere blicke in euren leeren bechern klimpernd


früh shoppen/

am jakomini zerstöckelte gedanken für dieses lächeln hätte meine mutter einen arzt gebraucht dafür wüsste sie wie nackt diese brille aus schaut so ganz ohne augen und dass brüste nicht unbedingt schatten werfen sollten auf fremder männer schaum kronen die einladung auf ex zum schätzchenklein so allein adi lass die leit infriedn


frau vor boss/

nichts als ein dunkler fleck auf dem schaufenster ist sie dick im vergleich zu ihrem gehstock den sie ins pflaster stemmt reglos erwidert sie den blick der puppen hinterm nackten glas dann hebt sie eine hand und streicht sich ein wenig elektrisches licht ins haar


nach einem mädchen/

bis zur türkensäule hab ich sie bestimmt vergessen aber wie mühelos dreht sie köpfe neben sich die tuschelnden steifen fassaden denen sie kurven verleiht für eine sekunde macht sie aus einer gasse das decolleté einer stadt die seit jahhunderten vor ihr zittert


ein mann und zwei kaffeebecher/

so ist das heftig beträumt umschlungen unserer wege not dürftig verpackte geschichten die enden irgendwo ein ertragen der vielen anderen die meiste freude sagt sie macht ihr das auspacken das aufreißen abends ein entblößen vielleicht meint sie das


mädchen vor straßenbahn/

das harte kalte das auf dich zu kommt die knochenkurven das kreischende fleisch was überdauert die erzählung deiner besten freundin bye bye standby hinter euch gelassen alterndes metall wie es sich seinen weg bahnt eine narbe in der werbung dein lachen rückt ein stück beiseite


steiermark/

hinter dem wein liegt slowenien sagt man den fremden im mobilfunk geraten die länder schon mal durcheinander hier aber hütet eine gebückte alte den schlüssel zur weltmaschine wenn sie öffnet verspricht sie hackfleisch aus jedem deutschen zu machen wenn er hier noch mal irgendwas berührt


schlossberg, jetzt/

so weit so lückenlos alles zittert in meiner hand selbst die kleine stadt bevor sie erstarrt im feinstaub kopfdruck mein inneschalten panorama funktion JETZT sollte das alles sein die erinnerung an einen schwenk flug übers geländer das jähe gefallen


mur/

die junge brücke wie sie die pfeiler durchdrückt unterm blitzen der tausend schlösser an ihrem geländer ist doch was dran am brauch den blick vier fünfmal hüpfen zu lassen von hier oben am maul der stadt die aufgeplatzten lippen das kommt weil sie sich den himmel immer wieder abreisst


herrengasse/

das größte erhaltene im blick quadrate von himmel darunter eine schande verstockt die augen offene türen das betteln der auslagen nach links und rechts buckelt die stadt vor dem schloss das verschwindet nachts geht die sage findet sich noch hier und da in halbnacktes wort